Lola Randl »Der lebende Beweis« Die Autorin im Gespräch mit Anke Stelling und Gertraud Klemm 23.04.26 in Berlin, CABUWAZI Tempelhof - Der Kulturflughafen
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Lola Randl ist ein Experiment angetreten: In dem für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman »Der große Garten« (2019) zog die Erzählerin von der Stadt aufs Land und stellte sich nicht nur der Natur in Gestalt eines widerspenstigen Gartens, sondern auch der komplizierten sozialen Gemengelage aus Familie, Liebhaber, Analytiker.
Das Experiment wurde mit ähnlichen Zutaten fortgesetzt in der sehenswerten fünfteiligen Serie »Theorie und Praxis«, die Lola Randl 2022 für Arte realisierte. Mit Freund:innen und Gesprächspartner:innen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur versuchte sie herauszufinden, wie sich das gute Leben auf dem Land realisieren lässt, ohne dabei Natur und Menschen auszubeuten.
Mit ihrem neuen Roman »Der lebende Beweis« stellt sie dieses Lebensmodell neuerlich zur Disposition: Er erzählt von einer Frau Mitte 40, die zurückgezogen auf den Dachboden ihres Hauses, auf sich, ihre Familie und ihr Leben im Dorf blickt. Da ist einiges schief gegangen. Da sind noch einige Fragen offen. In dem Versuch, sich selbst neu zu positionieren, beginnt die Erzählerin mit Hilfe eines pedantischen Dorfchronisten, einer esoterischen Pastorin und zweier Außenseiter, eine Untersuchung über das Dorf, seine Geschichte und sein kollektives Unbewusstes. Wie sich dieses Leben auf dem Dorf gestaltet hat und ob und wie Utopien doch noch umzusetzen sind, darüber spricht Lola Randl mit den Autorinnen Anke Stelling und Gertraud Klemm.
Lola Randl »Der lebende Beweis«, Matthes & Seitz 2026
Anke Stelling »Grundlagenforschung«, Verbrecher 2020
Gertraud Klemm »Abschied vom Phallozän«, Matthes & Seitz 2025