Die hohe Kunst der Beschimpfung Mit Tobias Roth, Angela Braun u.a. 09.06.26 in Berlin, CABUWAZI Tempelhof - Der Kulturflughafen
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Schon der anonyme Kompilator des Deutschen Schimpfwörterbuchs von 1839 wusste: »1. Das Schimpfen erleichtert jedem das Herz. 2. Schimpfen befördert die Gesundheit. 3. Schimpfen erleichtert und befördert jede Sache. 4. Schimpfen verschafft jedem mehr Ansehen. 5. Schimpfen ist ein treffliches Schutzmittel gegen Feinde. 6. Schimpfen schlichtet gar manchen Streit.«
Die hohe Kunst des Schimpfens versammelt ein Sammelsurium der virtuosesten, heftigsten und lustigsten Beschimpfungen, Flüche und Stoßgebete: Von Catull und anderen Gründungshelden des antiken Schimpftums über die galleschweren Gockel des Humanismus, die derben Tiraden des Barock und die spitzen Gemeinheiten der Aufklärung geht es bis in die Gegenwart hinein zu den begabtesten Beleidiger:innen der deutschsprachigen Literatur. Neben sprachworterweiternden Einzelschimpfwörtern werden auch Berufsgruppensprachschätze, das Schimpfen im Dialekt und Phänomene wie diplomatische Beschimpfungen, briefliche Grobianismen, Schimpfwalzen und das Schimpfen ohne Worte berücksichtigt. Kurz, ein Kompendium des kultivierten Dampfablassens und der lustvollen Enthemmung und natürlich eine Handreichung, um den »dreyrokichten, maußköpfigen, glasaugichten, überdienstfertigen, abgefeimten Schurken« (Shakespeare/Wieland) dieser Welt stilvoll und mit muskulösem Wortschatz entgegenzutreten.
»Ein Buch, das in keinem Haushalt fehlen sollte!« bewirbt es der Herausgeber Tobias Roth, der den Abend mit schimpfgewaltigen Gästen bestreitet. Angela Braun liest vor, dass Ihnen Angst und Bange wird. Kommen und schimpfen Sie mit uns!
»Die hohe Kunst des Schimpfens«. Zum verantwortungsvollen Gebrauch eingesammelt und ausgegeben von Tobias Roth und Wolfgang Hörner, Das Kulturelle Gedächtnis 2026